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Was man braucht um ein schweres neurologisches Trauma zu überwinden: ein wenig Hoffnung, keine Angst vor viel harter Arbeit, ein positives Umfeld, akzeptieren was geschehen ist und eine gewaltige Prise schwarzen Humors.
Halbe sachen! - Erfahrungen eines Neuros
€7,40
88 Seiten, Paperback,
Bei BOD - Books on demand -
oder im deutschen Buchhandel
unter ISBN: 978-3-7322-3607-7 |
Leseprobe:
1. Ein Alptraum
Vorab, mir geht es super. Ich hatte allerdings ein wenig Pech. Am Morgen des 11.10.2009 bin ich aufgewacht und konnte meine linke Seite weder spüren noch bewegen, und das ohne irgendwelche Voranzeichen. Keine Kopfschmerzen, kein Bluthochdruck, nichts. Habe relativ wenig geraucht, einen Beutel in der Woche, hab selbst gedreht. Kein nennenswerter Alkohol-Missbrauch, abends mit meiner Frau einen Wein oder zwei auf dem Balkon, auf Partys gern auch mal mehr, hatte aber lange nicht mehr richtig übertrieben. Man wird halt erwachsen, und mit Anfang dreißig ist die Zeit der Delirium-Partys langsam aber sicher vorbei. Ich hatte ein wenig unverschämtes Glück im Unglück, denn ich hatte am Abend zuvor eine Reportage über Schlaganfälle bei jungen Menschen auf 3sat oder ZDF gesehen. Konnte daraus schließen: irgendwas ist mit meinem Hirn. Die Symptome waren eindeutig, genau wie in der Reportage beschrieben: halbseitige Lähmung ohne irgendwelche Schmerzen und das ganz überraschend. Vielleicht Schlaganfall, höchst unwahrscheinlich, aber nicht auszuschließen. Merkwürdigerweise hatte ich gerade über die neue Stroke-Unit im Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) gelesen, ich glaube auf Spiegel-Online. Also meine beste Freundin Jessica angerufen, Ihr Mann ist ein wenig kräftiger gebaut. Er war American Footballer, und Sie hatte einen Schlüssel zur Wohnung. Sie kamen, haben mich dann angezogen, die drei Etagen runter getragen und mit dem Taxi dann ins UKE. Laut Jessica die langsamste Taxifahrt aller Zeiten. Ein Krankenwagen hätte mich ins AK Altona gebracht. In der Notaufnahme UKE hatte ich meinen Filmriss, der Rest ist also nur Hörensagen.
2. Tiefste Nacht im UKE
Meine Frau war am Flughafen Frankfurt beruflich auf dem Weg Richtung Philippinen als der Anruf bei ihr eintraf, wenn ich mich richtig entsinne. Sie nahm den ersten Flieger zurück nach Hamburg. Angeblich hat mir eine Schwester noch erklärt, dass mein Kopf gescannt wird und zwar nicht „mit röntgen oder CT, wir haben das was ganz tolles Neues…“. Ich dachte: „Aha, das UKE hat also auch schon einen Magnet-Resonanz-Tomographen (MRT).“ Sie weiter: „ …Das ist ein großer runder Kasten, der ein bisschen wie eine überdimensionale Waschmaschine aussieht, und böse Geräusche macht.“ Ich war allerdings noch fit genug um ihr die Funktionsweise zu erklären. Das komplette Programm mit Atomspin, Drehimpuls-Erhaltungssatz und allem. Ich wurde also gescannt. Erstmal nachschauen. Gefunden haben sie eine riesige Intrazerebrale Blutung (ICB), eine im Gehirn liegende Blutung. (Ist auf dem Titelbild des Buchs zu erkennen.) Ursache unbekannt. Im MRT, noch beim Tomographieren, gab es eine zweite, noch stärkere Blutung, die meinen Herzkreislauf und die Atmung lahmlegte. Ich wurde zuerst mit so einem Blasebalg beatmet und dann später intubiert. Also, Patient stabilisiert, was nun? Ich lag ein paar Minuten später im Operationssaal mit einem Bohrer auf dem Weg in meinen Schädel, bei der ersten Hirnoperation meines Lebens. Und es sollte nicht die Einzige bleiben. ... |